Die letzten Monate war es hier sehr still, was man von meinem Leben fern des PCs nicht unbedingt sagen kann. Die Kinder wurden nach unserem Umzug in KiTa und Krippe eingewöhnt, so wie ich mich an meine neue Arbeitsstelle mit ihren Strukturen und Anforderungen gewöhnen musste.

Seitdem versuche ich, den Spagat zwischen Mama – Dasein, meiner Arbeit und meinem Leben als Ehefrau, Freundin und Willow-Verantwortliche zu schaffen. Und so ganz nebenbei dann auch wenigstens ein bisschen mir selbst gerecht zu werden.

Wenn man es genau nimmt, könnte ich dazu sowohl noch ein paar Arme als auch Beine zusätzlich gebrauchen, denn hundert Prozent gerecht werde ich wohl nichts und niemandem. (Und ganz ehrlich: die letzten Monate hatte ich mich zugegebenermaßen ordentlich gestresst, indem ich immer alles geben wollte, weil ich meine Sache „sehr gut“ machen wollte.)

Aber geht es darum wirklich? Wird man Jemandem oder einer Sache nur dann gerecht, wenn sich die komplette Aufmerksamkeit darum dreht?

Mal sehen:

  • Meinen Kindern geht’s in der KiTa gut. Sie gehen sehr gerne hin und besuchen in ihrer Freizeit auch gerne Freunde oder fahren mal nur mit Papa weg.
  • Mein Mann ist erwachsen und schafft es auch ganz gut ohne mich, seine Sachen zu regeln – zum Glück!  😀
  • Was meine Arbeit angeht, reichen die 25 Wochenstunden nie wirklich aus. Vielmehr musste ich lernen, Prioritäten zu setzen und wenigstens die 30 Wochenstunden nicht zu überschreiten. (Außerdem habe ich einen tollen Arbeitgeber, der seinerseits aktiv wurde und lösungsorientiert mit anpackte. Das ist aber eine andere Geschichte.)
  • Die Qualitätszeit mit Freunden hat sich verändert, vor allem, weil ich oft platt bin. Aber ich habe ein paar tolle Freundinnen, die das verstehen – ein dickes Dankeschön an dieser Stelle :-* – und die die Dürrezeit mit mir überstanden haben.
  • Meinem Herzenspony geht es nach unserem letzten Umzug auch wieder prima. Er hat eine große, gemischte Herde, in die er sich nach kurzer Zeit schon eingelebt hatte. Heu gibt es nun 24h satt und die Stuten findet er auch nicht so schlecht *augenzuhalt*  😀

Scheint also zu laufen, oder? Mit ein bisschen Abstand merkt man, wie alles ineinander greift. Wie sich Situationen, Personen, Themen ergänzen und sich Gegebenheiten neu gestalten. Also warum zum Geier der ganze Stress?!

Don`t push the river it flows by itself. (Fritz Perls)

Leichter gesagt, als getan. Mein Stresslevel hatte Züge angenommen, die keineswegs mehr als gesund anzusehen waren. Kinder, KiTa, Arbeit, Haushalt, Partnerschaft, Pferd … Da war keine Qualitätszeit mehr für mich, geschweige denn für Willow und mich. Auch die Trainingsstunden mit Anna, wurden schändlicher Weise zwischen Termine gequetscht. (Hier übrigens ein lesenswerter Artikel von Chevalie zum „Pferde-Burnout“)

… Aus die Maus … So macht das Leben keinen Spaß … Manchmal muss man einen Schritt zurückgehen, um wieder vorwärts zu kommen. Also heißt es Innehalten, den inneren Buddha finden, Ausatmen … und … Zeit auf der Koppel verbringen … gaaaanz bewusst  😉

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Ganz so einfach ist es natürlich nicht und ich bin auch noch nicht da, wo ich hin möchte. Vor allem das Loslassen muss ich noch üben … neben einem entschleunigteren Leben.

Jede Veränderung beginnt in uns. (Dalai Lama)

Das muss ich mir immer wieder in Erinnerung rufen. Ich muss mir meiner Selbstverantwortung bewusst sein. Nur dann, schaffe ich es auch, mich auf andere zu konzentrieren. Dazu sollten die Akkus aber entsprechend gefüllt sein.

„Kinder brauchen in allererste Linie glückliche Eltern“, so sagt man. Warum sollte das auf das eigene Pferd nicht zutreffen? Was mein Ponymann in allererster Linie braucht, ist:

  • genug Futter,
  • Kontakt zu Artgenossen, sprich das Leben im Herdenverband,
  • genug Platz
  • und Menschen, die gut mit ihm umgehen.

So würde ich wohl meine Prioritätenliste setzen. Und all das hat Willow. Fazit: Sooo schlecht geht es ihm dann wohl objektiv gesehen gar nicht.

Und mit dem Gedanken an mein glückliches Pony, mache ich mich nun auf den Weg ins Bett. (Merke: Meine Prioritätenliste sollte ich um den Punkt „ausreichend Schlaf“ ergänzen  😉 )

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